1987
Investition in den Holzbau
Die AG Baugeschäft Wülflingen schafft eine moderne, CNC-gesteuerte Abbundanlage an.
Die BW Gruppe blickt auf eine lange Geschichte zurück, die 1833 ihren Anfang nahm. Damals machte sich Georg Deller als Kundenmaurer und Steinhauer selbständig. Inzwischen hat sich die BW Gruppe zur Gesamtanbieterin in der Bau-und Immobilienbranche entwickelt. Sie ist seit sieben Generationen im Familienbesitz.
Wie hat es die BW Gruppe geschafft, in der wechselvollen Baubranche nachhaltig erfolgreich zu sein? Was ist ihr Erfolgsrezept für unternehmerische Langlebigkeit? Das Buch des Wirtschaftshistorikers Dr. Bernhard Ruetz gibt Antworten. Es wird im Frühling 2026 erscheinen.
Verfasst von Dr. Bernhard Ruetz. Die Texte basieren auf dem Manuskript über die Geschichte der BWT Bau AG, Version 12.12.2025
Nachhaltig und zukunftsfähig mit Holz
Seit über 150 Jahren ist die BWT Bau AG im Holzbau tätig. Nun überführt sie dieses Geschäftsfeld in die eigenständige Firma BWT Holzbau AG und wertet den zukunftsträchtigen Holzbau am Standort Winterthur auf. In Volketswil werden die Bereiche Hoch- und Umbau der BWT Bau AG zusammengefasst. Ausserdem wird die Dachmarke BW Gruppe offiziell eingeführt.
Erste ganzheitliche Unternehmensstrategie
Stephanie Jöhr (7. Generation) entwickelt als Projektmanagerin bei der BWT Bau AG die erste ganzheitliche Unternehmensstrategie.
Einstieg der 7. Generation
Mit Stephanie Jöhr kommt die 7. Generation des Familienunternehmens in den Verwaltungsrat aller Gesellschaften der Unternehmensgruppe.
Stabsübergabe in der Geschäftsleitung
Hakan Dagci übernimmt von Heinz Schmucki die Geschäftsleitung der BWT Bau AG.
«Ökosystem» in der Immobilienwirtschaft
Unter Führung von Philipp Jöhr wird die Unternehmensgruppe zur Gesamtanbieterin in der Bau- und Immobilienbranche.
Abschied vom Tiefbau
Eine Tradition geht zu Ende: Die Sparte Tiefbau wird eingestellt. Fortan konzentriert sich die BWT Bau AG auf Hochbau, Umbau und Holzbau an den Standorten in Winterthur, Volketswil und Zürich.
Erfolg durch nachhaltiges Bauen
Die BWT Bau AG verstärkt ihre Kompetenz in den Bereichen Umbau, Sanierung, Schadstoffsanierung und Holzbau. Die neu gegründete Cassista AG bewirtschaftet und verkauft Immobilien der BW Holding AG sowie für Dritte.
Trennung vom Fassadenbau
Neue Anbieter drängen in den Markt für Fassadenbau. Deshalb wird diese Sparte aufgegeben.
Vom Vater zum Sohn
Philipp Jöhr (6. Generation) löst seinen Vater Christof Jöhr (5. Generation) als Präsidenten des Verwaltungsrats der BWT Bau AG ab und übernimmt die Leitung der Unternehmensgruppe. Heinz Schmucki wird Geschäftsführer der BWT Bau AG.
Virtuelle Visitenkarte
Die erste Website «www.bwt.ch» geht online, in den neuen Firmenfarben Hellblau und Dunkelblau.
Alles unter einem Dach
Die BWT Bau AG entsteht aus der Fusion der AG Baugeschäft Wülflingen mit ihren Tochterfirmen AG Baugeschäft Turbenthal und U. Bonomo Söhne AG. Das Unternehmen ist neu nach Sparten organisiert: Hoch- und Tiefbau, Umbau und Gebäudehülle, Holzbau sowie kaufmännische Dienste.
Die 6. Generation tritt an
Philipp Jöhr (6. Generation) wird Geschäftsleiter der AG Baugeschäft Wülflingen. Beim Tochterunternehmen in Zürich konzentrieren sich Philipp Jöhr und Heinz Schmucki auf Umbauten, Renovationen und Schadstoffsanierung.
Älter als gedacht
Die AG Baugeschäft Wülflingen feiert ihr 150-jähriges Bestehen. Damals gilt 1840 als Gründungsjahr, tatsächlich ist die Firma aber älter. Das beweist ein wertvoller Fund im Firmenarchiv: das erste Geschäftsbuch von Georg Deller aus dem Jahr 1835.
Holdingstruktur und Rekordumsatz
Die AG Baugeschäft Wülflingen stellt sich neu auf und erzielt einen Rekordumsatz: Die bisherige Muttergesellschaft BW Liegenschaften und Beteiligungen AG wird zur BW Holding AG. Ihre vier Tochtergesellschaften sind die AG Baugeschäft Wülflingen, die AG Baugeschäft Turbenthal, die Umberto Bonomo Söhne AG sowie die neugegründete BW Generalbau AG.
Alles aus einer Hand
Christof Jöhr wird Alleininhaber der Firmengruppe: eine entscheidende Voraussetzung für den künftigen Erfolg. Sein Bauunternehmen beteiligt sich an Grossprojekten wie dem EPA-Gebäude am Bahnhof Winterthur oder dem Einkaufszentrum Neuwiesen.
Von Deller zu Jöhr
Christof Jöhr (5. Generation), Schwiegersohn von Walter Deller (4. Generation), übernimmt die Führungsverantwortung. Zuvor war er ein internationaler Spitzenmanager. Von nun an wird die BW Liegenschaften & Beteiligungen AG zur Muttergesellschaft der AG Baugeschäft Wülflingen und der AG Baugeschäft Turbenthal.
Proaktiv dank EDV
Das Bauunternehmen investiert frühzeitig in eine moderne EDV und kann so seine Strategie zahlenbasiert ausrichten. Die neue Abteilung Kundenarbeiten bündelt Kleinaufträge von Privaten, Firmen und Gemeinden.
Erneuerung auf allen Ebenen
Die AG Baugeschäft Wülflingen weiht den neuen Werkhof mit einem Bürogebäude und zwei Hallen für den Holzbau sowie den Hoch- und Tiefbau an der Wülflingerstrasse 285 ein. Die Mitarbeitenden profitieren neu von einer Fürsorgestiftung und einer Pensionskasse. Zum ersten Mal übernimmt ein Externer die Geschäftsführung: Hans Praxmarer.
Grossbauprojekt Heizkraftwerk
Die Erdölpreiskrise führt zu einer weltweiten Rezession. Die AG Baugeschäft Wülflingen fokussiert sich auf einzelne grosse Bauprojekte, etwa das Heizkraftwerk Aubrugg in Wallisellen.
Expansion ins Zürcher Weinland und Unterland
Die AG Baugeschäft Wülflingen kauft die Baufirma Ernst Sprenger AG aus Neftenbach mit 50 Mitarbeitenden und nennt sie AG Baugeschäft Neftenbach. So stösst das Unternehmen ins Zürcher Unterland und Weinland vor.
Grossbauten für Industrie und Handel
Die AG Baugeschäft Wülflingen baut das Sudhaus der Brauerei Haldengut, das EDV-Zentrum für Sulzer sowie das Einkaufszentrum Rosenberg, damals eines der ersten Shoppingcenter nach amerikanischem Muster.
Generalunternehmung als neues Geschäftsfeld
Die AG Baugeschäft Wülflingen schafft die neue Sparte Generalunternehmung und übergibt das erste schlüsselfertige Gebäude an den Bauherrn. Ausserdem expandiert sie ins Zürcher Oberland: Sie erwirbt die Firma Müller & Co. und nennt sie AG Baugeschäft Turbenthal.
Grossbrand auf dem Werkhof
Am 19. August 1969 zerstört ein Grossbrand den alten Werkhof weitgehend. Im selben Jahr erbaut die AG Baugeschäft Wülflingen die ersten Häuser mit Eigentumswohnungen – diese Wohnform ist damals in der Schweiz noch weitgehend unbekannt.
Winterthurer Bibliotheken / Sammlung Winterthur, 110716/Comet-Photo AG Zürich
Zeit des Umbruchs
Im gesellschaftlichen Umbruchjahr 1968 wird der Autobahnabschnitt zwischen Töss und Oberwinterthur eröffnet, nun grenzt der Werkhof der AG Baugeschäft Wülflingen direkt an die A1. Die Sparten Sägerei und Schreinerei sind seit längerem defizitär und werden aufgegeben.
Erhöhung des Aktienkapitals
Der Verwaltungsrat beschliesst die Verdopplung des Aktienkapitals auf 600’000 Schweizer Franken. Dies ermöglicht weitere Grossprojekte, etwa den Bau der Unterführung der Zürcherstrasse in Winterthur-Töss.
«Seegfröni» legt den Betrieb lahm
Zu Beginn des Jahres herrscht eine ungewöhnliche Kälte. Der Zürichsee friert komplett zu. Die AG Baugeschäft Wülflingen muss einen Grossteil der Arbeiten vorübergehend einstellen.
Einflussreicher VR-Präsident
Der bekannte Winterthurer Rechtsanwalt und Politiker Dr. Hans Heitz wird VR-Präsident der AG Baugeschäft Wülflingen.
Industriehallen in Holzständerbauweise
In den frühen 1950er-Jahren erstellt die AG Baugeschäft Wülflingen zahlreiche Industriehallen, u.a. für Sulzer, Rieter und die Lastwagenfabrik FBW.
Die 4. Generation übernimmt
Die Cousins Walter Deller-Häring und Carl Müller-Meyer (4. Generation) übernehmen operative Verantwortung im Familienunternehmen.
Winterthurer Bibliotheken / Sammlung Winterthur, 170944/170467
Mehl und Zucker für die Arbeiter
Die Arbeiter der AG Baugeschäft Wülflingen erhalten in diesem Kriegsjahr als Weihnachtsgratifikation je 2 kg Mehl und Zucker sowie Marken für den Bezug weiterer Lebensmittel.
Jubiläumslogo mit Chalet
Das 100-Jahr-Jubiläum mitten im Krieg wird kaum gefeiert. Immerhin erhält die AG Baugeschäft Wülflingen ein Jubiläumslogo mit speziellem Schriftzug und einem Chalet. Dieses betont den Stellenwert des Holzbaus.
Harte Zeiten im Zweiten Weltkrieg
Der Hochbau leidet, viele Arbeiter sind im Militärdienst, die Grenzen sind geschlossen. Hilfreich sind die Aufträge der Armee.
Ausstellungshallen für die «Landi 39»
Für die legendäre Landesausstellung «Landi 39» in Zürich fertigt das Unternehmen Ausstellungshallen.
Weltwirtschaftskrise gemeistert
Die Aufträge für Neubauten von Firmen und öffentlicher Hand brechen wegen der weltweiten Wirtschaftskrise ein. Die AG Baugeschäft Wülflingen verkauft eigenes Bauland an Private und erstellt für diese Wohnhäuser.
Frisches Kapital für grosse Bauprojekte
Die Aktionäre der AG Baugeschäft Wülflingen erhöhen das Aktienkapital auf 300’000 Schweizer Franken. So gewinnen sie Liquidität für grosse Bauprojekte wie das Geschäfts- und Kinogebäude Talgarten und das Verwaltungsgebäude der Winterthur Versicherungen.
Teil der Gartenstadtbewegung
Die AG Baugeschäft Wülflingen ist Teil der sozial engagierten Gartenstadt- und Eigenheimbewegung in Winterthur. Das Geschäftsmodell richtet sich klar auf den Bau kleinerer Häuser aus, teilweise aus Holz.
Beginn des Automobilzeitalters
Die Geschäftsleitung kauft aus der Konkursmasse der Lastwagenfabrik Arbenz in Zürich den ersten Lastwagen. Zudem werden zwei Personenwagen angeschafft, ein Dodge und ein Citroën. Im gleichen Jahr wird Wülflingen eingemeindet und zum Stadtkreis von Winterthur.
Winterthurer Bibliotheken /Sammlung Winterthur, 110700
Versierter Anwalt und Grossindustrieller im VR
Die Cousins Carl Müller-Ziegler und Julius Deller-Meili (3. Generation) teilen sich die Geschäftsleitung. Der versierte Anwalt Dr. Ernst Ammann ist VR-Präsident, prominentes Mitglied ist der Grossindustrielle Albert Sulzer-Seifert. Er beauftragt das Bauunternehmen mit dem Ausbau seines Landguts «Heimenstein» in Seuzach.
ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / LBS_MH01-003997
Eine der ersten Aktiengesellschaften im Baugewerbe
Die Einzelfirma von Christian Müller-Deller (2. Generation) wird in die Aktiengesellschaft Baugeschäft & Dampfsäge Wülflingen, vormals Christian Müller-Deller umgewandelt. Sie gehört zu den ersten Aktiengesellschaften im Schweizer Baugewerbe.
Dampfmaschine als Kraftquelle und Signal
Die Maschinen in der Sägerei und Bauschreinerei an der Wülflingerstrasse werden von zwei Sulzer-Dampfmaschinen angetrieben. Die Dampfpfeife auf dem Dach kündigt die Arbeits- und Pausenzeiten an.
Winterthurer Bibliotheken / Sammlung Winterthur, 110692
Ausflug in die Produktion
Um 1900 steigt das Bauunternehmen in die Herstellung von Gussbausteinen ein. Derweil reorganisiert Carl Müller die Büroorganisation und professionalisiert die Buchhaltung in der Zimmerei und Sägerei.
Kontinuität gesichert
Weil der Teilhaber Felix Deller-Benz (2. Generation) gesundheitlich schwer angeschlagen ist, wird die Kollektivgesellschaft Deller & Müller, Baugeschäft in die Einzelfirma Chr. Müller-Deller umgewandelt. Christian Müller-Deller führt den Betrieb allein, bis sein Sohn und sein Neffe Verantwortung übernehmen können.
Winterthurer Bibliotheken /Sammlung Winterthur, 110699
Kompetenz in Holz und Stein
Um 1890 ist Deller & Müller ein regional tätiger Dienstleister rund um die Materialien Holz und Stein. Hinzu kommen Schreiner- und Glaserarbeiten sowie die Produktion von Holzwaren wie Balken, Bretter, Latten und Riemenparkett.
Zentralbibliothek Zürich, Ansichtskarten, ZH, Wülflingen, 2
Baumeister und Investoren
Christian Müller-Deller und Felix Deller-Benz (2. Generation) übernehmen die Geschäftsleitung und gründen die Kollektivgesellschaft Deller & Müller, Baugeschäft. Sie erwerben Grundstücke und bauen eine strategische Landreserve auf. Somit sind sie als Baumeister und als Investoren tätig und stärken ihre Position gegenüber Bauherren und Architekten.
Winterthurer Bibliotheken / Sammlung Winterthur,170459/170941
Neues Geschäftsfeld Holzbau
Georg Deller erwirbt die Zimmerei und Sägerei seines langjährigen Geschäftspartners Bosshard an der Wülflingerstrasse. Damit erweitert Georg Deller sein Hoch- und Tiefbaugeschäft um den Holzbau.
Winterthurer Bibliotheken / Sammlung Winterthur, 110696
Schwiegersohn wird Teilhaber
Georg Dellers Schwiegersohn, Christian Müller-Deller, wird Teilhaber des Baugeschäfts. Gleichzeitig wird Georg Dellers Sohn Felix Mitglied der Geschäftsleitung.
Neuer Standort im Ausserdorf
1859 bezieht Georg Deller einen neuen Standort im Ausserdorf von Wülflingen, an der heutigen Wieshofstrasse 53. Das Haus mit grossem Werkhof bietet seinem schnell wachsenden Betrieb und der Familie genügend Platz.
Winterthurer Bibliotheken /Sammlung Winterthur, 111020
Von einem auf zehn Gesellen
Georg Dellers Betrieb wächst rasch, nach fünf Jahren beschäftigt er bereits 10 Gesellen.
Den Namen in Stein gemeisselt
Georg Deller mauert das Fundament der Tössbrücke in Neftenbach. 130 Jahre später wird bei der Renovation ein Stein mit seinem eingemeisselten Namen entdeckt. Eine Kopie liegt vor dem heutigen Firmengebäude der BW Gruppe.
Geburtsjahr der BW Gruppe
Der Maurermeister Georg Deller eröffnet seine Werkstatt im Dorfkern von Wülflingen. Es ist das offizielle Gründungsjahr der heutigen BW Gruppe.
Selbständig als Kundenmaurer
Nach der Gesellenwanderschaft macht sich Georg Deller als Kundenmaurer und Steinhauer in Wülflingen selbständig. Somit gehört er zu den ersten Bauunternehmern der liberalen Ära.
Winterthurer Bibliotheken/Sammlung Winterthur, 170942
Gesellenbrief in Winterthur
Georg Deller erhält vom Obmann der Zunft der Steinhauer und Maurer seinen Gesellenbrief. Es sind aufregende Zeiten: Das Bürgertum erhebt sich gegen die alten Eliten. So gewinnen unternehmerisch denkende Menschen wie Georg Deller mehr Freiräume.
Lehre als Maurer und Steinhauer in Andelfingen
Georg Deller absolviert eine dreijährige Lehre als Maurer und Steinhauer in Andelfingen im Zürcher Weinland.
Zentralbibliothek Zürich, ZH, Andelfingen I, 8
Jahr ohne Sommer
Die Familie Deller erlebt schwere Zeiten, als der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora den Himmel verdunkelt und das Klima verändert. Dies führt auch in Wülflingen zu Missernten und Hunger.
Sohn einer Kriegerwitwe
Georg Deller kommt im Bauern- und Winzerdorf Wülflingen zur Welt. Kurz darauf fällt sein Vater in Spanien, er war Söldner im Dienste Napoleons. Die Witwe Anna Deller-Ackeret bringt die Familie über die Runden und ermöglicht ihren Kindern eine solide Berufsausbildung.
Stadtarchiv Winterthur